NEWS

am Anton

Erinnern statt Vergessen – unterwegs in Polen

Verfasst von: David K. und Jost H. (EF)

Polnische und deutsche SchülerInnen und LehrerInnen zusammen

Voller Vorfreude begann unsere Reise früh morgens am 12. Janurat 2026 am Flughafen in Dortmund. Von dort aus ging es für uns mit dem Flieger gen Osten. Vor uns lagen 6 Tage voller neuer Eindrücke, Erfahrungen und Erlebnisse, unter anderem bezogen auf Kultur, Leben und kulinarischen Genuss. Während der Aufarbeitung von Deutsch-Polnischer Geschichte wurden auch neue Freundschaften geschlossen und intensiviert.

Direkt nach unserer Ankunft in Knurów erwartete uns ein freundlicher Empfang der polnischen Schülerinnen und Schüler inklusive Schulführung in der Zespół Szkół im. Ignacego Jana Paderewskiego w Knurowie, unserer Partnerschule vor Ort. Im Anschluss daran folgte die Vorstellung der Stadt Knurów durch die polnischen Schülerinnen und Schüler, und die Vorstellung der Stadt Lüdinghausen durch zwei Schülerinnen der deutschen Seite.

Am zweiten Tag unserer Reise wurden wir intensiv über die Geschichte Schlesiens informiert und haben gemeinsam eine Exkursion zu einem stillgelegten Bergwerk gemacht, wo wir uns mit der industriellen Geschichte Schlesiens befassten. Dort lernten wir, dass es in dieser Region über 7.000 Kilometer Minentunnel gab. Diese waren auf bis zu 200 Zechen aufgeteilt, wovon heute nur noch 17 aktiv sind. In einer der stillgelegten Zechen konnten wir einige dieser Kilometer selbst begehen und zusammen mit einem Tourguide erkunden.

Der Tag darauf fing für uns wieder sehr früh an, da wir zunächst die zweistündige Fahrt nach Krakau auf uns nehmen durften. Dort angekommen ging es direkt mit einer Stadtführung weiter, wo wir die Stadt von ihren schönsten Seiten zu sehen bekamen. Um die gemeinsame Zeit ausklingen zu lassen, gingen wir gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern polnisch essen. „Es war anstrengend, aber interessant die Stadt zu sehen“, so eine Schülerin des St. Antonius Gymnasiums. Diese Anstrengung war auch den enormen Temperaturen geschuldet, die in Polen herrschten. Bei teilweise minus 7 Grad fror selbst das Weihwasser in manchen Kirchen ein. Es ist also kein Wunder, dass die deutschen Schülerinnen und Schüler nicht nur an den Füßen froren.

Donnerstags folgte der wohl eindrucksvollste Tag der ganzen Reise. Es ging für uns mit dem Bus nach Auschwitz-Birkenau. Dort bekamen wir zunächst eine Führung durch das Stammlager Auschwitz. Hier lernten wir über die Lebensbedingungen und die Entstehung dieses Lagers. Außerdem bekamen wir Einsicht in das Wie und Warum, und die Gründe für ein solches Verbrechen. Darauffolgend fuhren wir zum Vernichtungslager Birkenau, wo uns die Dimension dieser Geschichte erst so richtig deutlich wurde. Dort erstreckte sich das Gelände über enorme Ausmaße, die wir teilweise fußläufig erkundeten. Den Abend haben wir uns dann selbst gestalten dürfen, um diesen Tag zu verarbeiten und zu reflektieren.

Arbeit macht frei Schriftzug im Stammlager Auschwitz

Um die Woche abzuschließen, haben wir Schindlers Fabrik und das zugehörige Museum besucht und dort einige zusätzliche Eindrücke zum vorab geschauten Film gesammelt und konnten dies in unsere Gedanken des Vortags einordnen. Ein Schüler der deutschen Gruppe betont, er habe „viel über Krakau während der deutschen Besetzung gelernt“. Auch wenn es schon einige Vorkenntnisse über die polnische Geschichte gab, können wir dieser Aussage nur zustimmen. Hier wurde deutlich, dass den Polen die Geschichte ihres Landes sehr wichtig ist.

Schreibtisch von Oskar Schindler

Nachdem wir eine letzte Tour durch Krakau mit Abschluss in einer der wohl imposantesten Kirchen der Stadt vollendet haben, durften wir die Stadt auf eigene Faust erkunden und unsere Freizeit genießen. Ob in traditionell polnischen Restaurants oder im großen Einkaufszentrum, verbrachten alle ein paar schöne Stunden auf der Suche nach der ersten, aber definitiv nicht letzten Zapiekanka.

Am Abend verabschiedeten wir dann die polnische Gruppe, die noch am Abend abreisen musste. Auch wenn wir uns erst eine Woche kannten, wurden viele Freundschaften geschlossen und Kontakte geknüpft.

Nachdem wir am Samstagmorgen gegen kurz nach fünf in Richtung Bahnhof liefen, mussten wir schon das erste Mal durchatmen: 45 Minuten Verspätung im ersten Zug. Auch in Polen gibt es also teilweise verspätete Züge. Nach einer erfolgreichen und erlebnisreichen Woche sind wir dann am Samstagabend gesund und mit vielen neuen Erfahrungen nach Hause zurückgekehrt.

Die Reise wurde im Rahmen des Erasmus+-Programms der Europäischen Union finanziell unterstützt, wofür wir sehr dankbar sind. Diese Förderung ermöglichte es uns allen, an diesem wichtigen und bewegenden Austausch teilzunehmen. Wir sind dankbar für die Erfahrungen, die wir sammeln durften, und für die Freundschaften, die entstanden sind.