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am Anton

Auslandspraktika in Taverny und Enschede: EF-Schülerinnen und -Schüler kehren mit wertvollen Erfahrungen zurück

Verfasst von: Meike Klingauf

Auslandspraktika 1

Mit viel Mut im Gepäck und guter Vorbereitung starteten neun Schüler_innen gemeinsam mit Lena Fredebölling mit dem Eurostar nach Taverny, und zwölf Schüler_innen, begleitet von Sigrid Kastrup und Ludwig Perick, mit dem Regionalzug nach Enschede. Alle hatten für die Erasmus-geförderten Auslandspraktika einen schulinternen Bewerbungsprozess durchlaufen.

Auslandspraktika 3

Für die sprachliche Vorbereitung investierten die Teilnehmenden zusätzliche Stunden. Frau Hof, Schülermutter und Französisch-Muttersprachlerin, vermittelte in ganz praktischen Situationen beim Frühstück und in Lüdinghauser Geschäften das nötige Zutrauen in Alltagsfranzösisch. In den Praktikumsbetrieben in der Partnerstadt Taverny konnten die Jugendlichen dann ihr Schulfranzösisch zu aktiver Mehrsprachigkeit ausbauen. Dies ist wertvoll, denn gelungene Kommunikation motiviert und gibt Selbstvertrauen.
Für einen Crashkurs Niederländisch konnten wir eine Lehrkraft der Volkshochschule Lüdinghausen gewinnen und mit Melanie Paul übten die Teilnehmenden im Anschluss, wie sie bei dem gemeinsamen Restaurantbesuch am Begrüßungsabend in Enschede ihre Speisen- und Getränkewünsche aufgeben könnten. Auch wenn in Enschede die Arbeitssprache Englisch ist, öffnen ein paar Brocken Niederländisch Türen und Herzen im Gastgeberland.

Die Praktikumsplätze in Taverny, darunter Kinderbetreuungseinrichtungen, eine Apotheke, eine Tierarztpraxis, eine Immobilienagentur, eine Praxis für Physiotherapie und ein Freizeitzentrum, waren wieder von Paul Chaillot vom Comité de Jumelage et d`Amitié Franco-Allemand de Taverny handverlesen worden. Alle Praktikant_innen wurden von ihren Mentor_innen extrem freundlich aufgenommen und fühlten sich vom ersten Tag an wohl an ihren Arbeitsplätzen. Spannend berichteten sie von ihren täglichen Erlebnissen und Beobachtungen, und die vielfältigen Eindrücke über die französische Kultur wurden in der Gemeinschaft ausgetauscht und verarbeitet. Das gemeinsam bewohnte große und einladende Haus mit Veranda und Garten trug zum Wohlbefinden bei, und rasch stellte sich ein Alltag wie in einer Großfamilie ein: Die Schüler_innen verließen das Haus zu ganz unterschiedlichen Zeiten, suchten zu Fuß, mit Bus oder Bahn oder mit einem der Fahrräder ihre Arbeitsstätten auf. Tagsüber wurde nebenbei geplant, wer auf dem Rückweg noch Besorgungen für das gemeinsam zubereitete Abendessen erledigen könnte. Unterbrochen wurden die Arbeitstage durch zwei wunderschöne Erkundungstage im nahen Paris und am letzten Arbeitstag hatte die Bürgermeisterin von Taverny ins Rathaus eingeladen, das, wie sollte es anders sein, am „Place Ludinghausen“ gelegen ist.

Auslandspraktika 2

Das Praktikum in Enschede hat seinen ganz eigenen Reiz, denn es wurde von der Erasmus-Koordinatorin Meike Klingauf wiederum als sogenannte „Career Perspective Rotation“ organisiert. Die Gruppe besucht gemeinsam jeden Tag einen anderen Betrieb oder eine Bildungsinstitution, hierunter die Konzerne THALES und NX-Filtration in Hengelo, das Sozialwerk DCW, das Wilmink Theater sowie die Fachhochschule Saxion, die Kunsthochschule ArtEZ und natürlich die Universität Twente; letztere wurde durch eine Campus-Führung von Anton-Alumni Vanessa Hildkamp besonders authentisch präsentiert. Die Einrichtungen bieten jeweils ein zugeschnittenes Programm aus informierenden und interaktiven Elementen. Neu und absolut bereichernd war, dass die Aktivitäten gemeinsam mit einer Schüler_innengruppe unserer Partnerschule, dem Bonhoeffer College, durchgeführt wurden, sodass die Eindrücke gemeinsam gesammelt und ausgewertet werden konnten. Wie gelingt das binationale Arbeiten, wenn in den Betrieben Teamaufgaben gestellt wurden, und wie schmieden niederländische Gleichaltrige ihre beruflichen Pläne? Die interregionale Zusammenarbeit unter dem Dach von EUREGIO, zu dessen Gebiet sowohl das Münsterland als auch die Provinz Overijssel gehören, bekam hier ein ganz junges Gesicht. Über sich hinausgewachsen sind die Teilnehmenden schließlich beim traditionellen „Kochwettbewerb“, bei dem die einzelnen, aus drei bis vier Schülerinnen oder Schülern bestehenden Apartment-Gruppen ihren Beitrag zum Abendbuffet leisteten.

Auslandsprakika 4

Verantwortung zu übernehmen für sich und für die Gruppe, sich an die Situation anzupassen, Selbstwirksamkeit zu erleben, als Botschafter_innen des Anton, des Münsterlandes, und dem Heimatland zu fungieren sowie sich neuen Herausforderungen zu stellen – das ist der „geheime Lehrplan“ beider Auslandspraktika. Dank der Erasmusförderung können wir vom Anton sagen: „Mission accomplie  – missie volbracht – mission accomplished“.