Das St.-Antonius-Gymnasium verabschiedet sich von seinem Philosophielehrer

Verabschiedung von Herrn Kienz

Nach 37 Jahren am Anton freut sich Friedhelm Kienz jetzt sehr auf seinen nächsten Lebensabschnitt. Als angehender Großvater und langjähriger Hobbytänzer wird ihm ganz bestimmt nicht langweilig werden. Friedhelm Kienz unterrichtete am St.-Antonius-Gymnasium die Fächer Philosophie, Katholische Religionslehre und Biologie; dabei waren ihm die Betrachtungen über den Sinn des Lebens immer sehr präsent, ab sofort darf er sie jedoch ganz neu anstellen, war Schule oder sagen wir lieber, das Anton, doch bisher eine wichtige Säule in seinem Lebenshaus. In diesen fast vier Jahrzehnten hat sich sein Kollegium, nein, sagen wir lieber, hat sich seine Schule immer wieder verändert. Was bestehen blieb, war der Unterricht mit seinen Schüler_innen, die er vermissen wird, konnte er doch mit ihnen all den spannenden Fragen nach dem Woher, dem Wohin und dem Warum stets mit Hingabe nachgehen. Besonders der Religionsunterricht war einem steten Wandel unterlegen, Friedhelm Kienz hat die unterschiedlichsten Formen mitgestaltet und mit entwickelt, ob es nun der katechetische, der korrelative oder der kollaborative Religionsunterricht war.

 

Als Klassenlehrer, zunächst alleine und später im Team, führte er etliche Klassen in der Erprobungsstufe; darüber hinaus war besonders der Philosophieunterricht  in der Oberstufe ein Schwerpunkt seiner pädagogischen Tätigkeit.

Intensiv begleitete Friedhelm Kienz bereits vor vielen Jahren den Aufbau einer Profilklasse am Anton, in der die Schüler_innen ihr Abitur ein Jahr früher ablegen konnten als in den Parallelklassen, das war damals ein Vorläufer der Schulzeitverkürzung G8.

Bekanntermaßen ist auch das Abitur nach acht Jahren bereits wieder ein Auslaufmodell, alle Schulen in NRW sind seit vier Jahren wieder auf dem Weg zu dem Abitur nach neun Jahren, das 2027 zum ersten Mal abgelegt werden wird.

In seiner Zeit als Erprobungsstufenleiter lag Friedhelm Kienz insbesondere die Förderung und die Forderung sowie das soziale Lernen der neuen Fünft- und Sechstklässler am Herzen, die es ihm durch Lerneifer und Lernfreude dankten.

Zahlreiche Fahrten führten ihn mit Austauschgruppen nach Nyssa/Polen oder auch Bangkok/Thailand, nach Rom, Prag, Cuxhaven und Hellenthal. Friedhelm Kienz begleitete über viele Jahre unseren Guatemala-Austausch, bei dem in jedem Jahr eine Gruppe von Schüler_innen aus Guatemala am Anton zu Gast ist und unseren Spanischunterricht durch ihre Muttersprache bereichert.

Wenn Schüler_innen ein persönliches Problem mit sich herumtrugen, hatte Friedhelm Kienz immer ein offenes Ohr für sie. Seit drei Jahrzehnten als Beratungslehrer im Beratungsteam der Schule war es ihm ein großes Anliegen, Schüler_innen einen Raum zu geben, hier gegenseitige Wertschätzung zu zeigen und sich regelmäßig zum Austausch und zur Beratung zu treffen.

In der Schulkonferenz nahm er großen Einfluss auf die Schulentwicklung, im Lehrerrat setzte er sich für die Belange seiner Kolleg_innen ein, alles stets mit dem ihm eigenen ausgesprochen hohen Engagement und mit innerer Überzeugung, orientiert an Werten, die er im Schulalltag glaubwürdig vorlebte.

Mit großer Dankbarkeit blickt der Pädagoge auf seine Zeit am Anton zurück, wo er vor vielen Jahren auch seine Frau kennenlernte. Die erlebte Zeit sieht er nicht als Selbstverständlichkeit sondern als Geschenk. Gerne wird er den Kontakt zum Kollegium halten und sich beim jährlichen Grünkohlessen im Januar und Grillen vor den Sommerferien weiterhin sehen lassen.

Wenn wir in Zukunft am Aasee vorbeikommen, werden wir ihn auf dem Fahrrad antreffen, in den Baumbergen beim Wandern, auf Festen beim Tanzen, vielleicht schreibt er uns auch mal einen Brief in japanischer Kalligrafie, die er gerne im Ruhestand erlernen möchte.

Seine Kolleg_innen verabschiedeten sich von dem äußerst beliebten Pädagogen unter Corona-Bedingungen beim Lehrergrillen.