Geschichte lebt! Wiederholt sich Geschichte? Fluchtgeschichten als menschliche Erfahrung

Am Mittwoch, den 26.08.2020, fand in der Aula des St. Antonius-Gymnasiums eine Theaterveranstaltung des münsterischen Projektes „24 Stunden“ statt. Im Zusammenhang mit der Europa-Woche brachten die zwei Regisseure Mohanad Jackmoor und Philipp Gregor Grüneberg den Schülern zweier Geschichtskurse, aus der EF und der Q1, das Leben vor, auf und nach der Flucht näher.

 Das Theaterstück war in zwei Teile aufgebaut. Im ersten Teil konnten sich die Schülerinnen und Schüler Interviews mit zwei Geflohenen, parallel, anhören. Über die Lautsprecher in der Aula hörte man die Geschichte von Jörg Adler, der aus der ehemaligen DDR geflohen ist. Julie, eine Schülerin der Q1, war beeindruckt, wie Herr Adler sprach und dass er mit seiner Tochter freiwillig zur Kirche ging, obwohl er wusste, dass ein Schießbefehl in Leipzig geplant war.

Außerdem konnte man sich auf Wunsch Kopfhörer geben lassen und die Geschichte von Mohanad Jackmoor, einem geflohenen Syrer, anhören. Ein Schüler aus der Q1 berichtete mir im Anschluss des Theaterstücks, dass er sich sehr mitgenommen gefühlt hätte, jedoch wäre für ihn eine Flucht aus seinem Heimatland unvorstellbar.

Im zweiten Teil des Theaterstücks werden die Schülerinnen und Schüler mit dem Rassismus in Saudi-Arabien konfrontiert, denn der Regisseur und Schauspieler Philipp Gregor Grüneberg zeigt auf der Bühne das Leben eines Syrers in Saudi-Arabien, der nach Rassismus-Erfahrungen in sein Herkunftsland flüchtet. Außerdem zeigt er, was passiert, wenn man die Gesetze in Syrien missachtet. Für mich war die Schauspielleistung beeindruckend, denn Herr Grüneberg hat sehr gut darstellen können, was für ein Rassismus-Problem Saudi-Arabien hat und wie es tatsächlich ist, dort zu leben, denn vordergründig zeigt sich das Land modern und tolerant. Mia, ebenfalls eine Schülerin der Q1, hatte persönlich ein sehr beklemmendes Gefühl, als Peitschenschläge in der Aula laut zu hören waren. Diese Peitschenschläge dienten nämlich zur Bestrafung von Gesetzes-Missachtungen in Saudi-Arabien.

Ich würde das Theaterstück weiterempfehlen, denn man sollte mit Migranten in Kontakt kommen, damit sie sich aufgenommen fühlen. Daher fand ich es persönlich sehr gut, dass man nach dem Theaterstück noch mit den Regisseuren ins Gespräch kam.