Exkursion zum LWL-Industriemuseum Zeche Zollern

 Geschichtskurse in der Zeche Zollern

Am 06. Februar 2020 haben der Grundkurs und der Leistungskurs Geschichte der Jahrgangsstufe Q1 des St. Antonius-Gymnasiums eine Exkursion zur ehemaligen Zeche Zollern nach Dortmund gemacht. Heute befindet sich in der ehemaligen Zeche ein Museum, dessen Ausstellung das damalige Leben und Arbeiten in und um die Zeche darstellt.

Der Besuch begann mit einer Führung durch die Ausstellung. Zuerst wurde die damalige „Waschkaue“ gezeigt, in der sich die Arbeiter umgezogen und abends gewaschen haben. Obwohl es sich nach damaliger Vorstellung um eine Musterzeche handelte, war die Hygiene schlecht; erst später wurden Duschen installiert. In der großen Halle konnte man viele Originale, Utensilien aus der Zeit des Bergbaus, ansehen.

Anschließend sind wir durch die „Lampenstube“ gegangen, in der die Lampen der Arbeiter aufbewahrt wurden. Jede Lampe hatte eine Nummer und einen festen Stellplatz, sodass man wusste, welcher Arbeiter bei der Arbeit war und auch abends feststellen konnte, falls ein Arbeiter nicht zurückgekommen war. Dies passierte nicht selten, da viele Arbeiter in den Stollen durch herabfallende Steine erschlagen oder gequetscht wurden oder von Schlagwetter-Explosionen überrascht wurden. Diese entstehen bei dem Abbau von Kohle, denn dabei wird Methan freigesetzt, welches hoch entzündlich ist. Aus diesem Grund gab es ganz lange keine richtigen Lampen unter Tage, was die Arbeitsbedingungen der Bergarbeiter zusätzlich verschlechterte.  Die Arbeiter hatten bis zu einer bestimmten Zeit nämlich nicht einmal Schutzkleidung. Außerdem wurde den Arbeitern bloß die Zeit während des Kohleabbaus bezahlt. Die Stollen lagen jedoch teilweise über 2km entfernt und der Weg dorthin wurde nicht bezahlt. Erschwerend kam hinzu, dass dieser Weg meistens gekrochen werden musste, da die Tunnel meist nicht höher als einen Meter waren.

Geschichtskurse in der Zeche Zollern

Um Todesfälle zu vermeiden, gab es ab 1910 in der Zeche Zollern die Grubenwache. Diese trug einen 12,5 kg schweren Rucksack, in dem sich unter anderem ein Beatmungsgerät befand. Die Grubenwache musste sehr fit sein und musste deshalb vor jedem Gang unter Tage 15 Minuten auf einem stehenden Fahrrad in voller Montur (+12,5kg Rucksack) fahren und anschließend 60 sogenannte Hammerschläge ausführen. Wir durften dies ausprobieren und mussten zugeben, dass wir schon nach ein paar wenigen nicht mehr konnten. Besonders schockiert hat uns die Tatsache, dass schon Jungen von 14 Jahren beim Kohleabbau arbeiteten.

In der Schachthalle wurde gezeigt, wie die abgebaute Kohle von regulären Steinen getrennt wurde und anschließend die Kohle wegtransportiert wurde. Dort wurde ab und zu auch mal einer der Beförderungswagen gewogen. Wenn dieser Wagen zu schwer war (denn Kohle ist sehr leicht) haben die Arbeiter für diesen keinen Lohn erhalten. Die Arbeiter waren außerdem vollständig abhängig von der Arbeit in der Zeche, denn sie wohnten oft mit ihren Familien in von der Zeche gestellten Wohnungen oder Häusern, sodass sie, falls sie gefeuert wurden, ebenso ihre Unterkunft verloren.

Der Besuch in der ehemaligen Zeche war sehr eindrucksvoll und hat das damalige Leben sehr anschaulich wiedergegeben.