Geschichtsexkursion des Bili-Kurses zur Villa ten Hompel

Geschrieben von Laura S.
Am Mittwoch, den 11.01.2017, machte sich der bilinguale Geschichtskurs der Q2 mit Frau Düstersiek und Herrn Hatzig nach Münster auf – Ziel dieser Exkursion war die Villa ten Hompel, die 1924 erbaut wurde.
 
Während der NS-Zeit wurde die Villa als Machtzentrale der uniformierten Polizei genutzt. Hier standen die Schreibtische von NS-Beamten, die u. a. Polizisten vor Ort die Durchführung der Deportationen von Juden, Sinti und Roma in die Vernichtungslager im Osten befahlen und die Organisation der Zwangsarbeit im Raum Münster beaufsichtigten. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges errichtete man hier die Dienststelle für Entnazifizierung und Wiedergutmachung an den Opfern der NS-Gewaltherrschaft. 
 
Heutzutage informiert die Dauerausstellung „Geschichte - Gewalt - Gewissen" Interessierte über die problembehaftete Geschichte der Villa. Außerdem werden verschiedene Thementage angeboten.
 
Der Geschichtskurs, der sich im Moment im Unterricht mit der NS-Zeit beschäftigt, widmete sich dem Thema „Zwangsarbeit“, also der gewaltsamen Verschleppung von Zivilisten  - darunter viele Jugendliche - aus den von der Wehrmacht besetzten Gebieten nach Deutschland, mit dem Ziel ihre Arbeitskraft in der Rüstungsindustrie oder in der Landwirtschaft auszubeuten. Interessant war dieses Thema besonders, weil die vielen Millionen Zwangsarbeiter und ihre Schicksale selten im Unterricht zu Wort kommen und dadurch ein eher unbekanntes Thema darstellen. 
 
Spannend, aber auch schockierend, waren die einzelnen Erfahrungsberichte der Betroffenen aus Weißrussland, die in einem Film, aber auch in der Ausstellung thematisiert wurden. Um dem Thema „Zwangsarbeit“ näherzukommen, gab es für die Schüler unterschiedliche Arbeitsaufträge, die dann in Kleingruppen bearbeitet und am Ende vorgestellt wurden. Nach einem langen Tag, war sich der Kurs insgesamt einig, dass die Exkursion sich sehr gelohnt hatte.
 
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