Erfahrungsbericht einer ehemaligen Anton Schülerin aus ihrem MINT-Studium

Geschrieben von E. Holtkamp
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Das St. Antonius Gymnasium bietet als MINT-Schule ein breites Spektrum an Möglichkeiten. Als ehemalige Schülerin des Antons werde ich von meiner eigenen Erfahrung mit den MINT-Angeboten berichten. Es wird darum gehen, welche Vorteile sich für die Schüler aus dem Programm während, aber vor allem nach der Schulzeit ergeben.
 
Nach meinem Abitur am Anton 2016 habe ich mich dazu entschieden, Molekulare Biotechnologie, kurz MoBi, an der Universität Heidelberg zu studieren. Mittlerweile bin ich im fünften Semester und überzeugt davon, der Studiengang für mich die richtige Wahl war. MoBi ist ein interdisziplinäres Studium, das heißt, dass man Grundlagen aus allen Naturwissenschaften erlernt, besonders der Biologie und Chemie. Im Verlauf des Studiums gibt es Vertiefungsmöglichkeiten, unter anderem der Wirkstoffforschung und der Bioinformatik. Ein späteres Berufsfeld ist beispielsweise die Forschung nach neuen Krebstherapeutika, welche in Heidelberg am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) besonders vorangetrieben wird. 
 
Aber wie trifft man die Entscheidung für ein solches Studium? Mir persönlich haben damals die vielfältigen MINT-Angebote am Anton sehr geholfen. Ich nahm an einem MINT-Camp der WWU Münster zum Thema Molekularer Bildgebung teil, das von einem MoBi-Studenten aus Heidelberg betreut wurde. Ich habe damals also zufällig vom Studium der Molekularen Biotechnologie in Heidelberg gehört und informierte mich weiter. Nach einem späteren Besuch in Heidelberg war ich dann so von der Stadt und dem Studium überzeugt, dass ich mich bewarb.  
 
Aber nicht nur in Hinsicht meiner Studienentscheidung konnte ich von den MINT-Angeboten des Antons profitieren. Beispielsweise brachte mir das MINT-Zertifikat, was mit dem Abitur am Anton erworben werden kann, zusätzliche Punkte bei dem Bewerbungsverfahren für das Studium und floss auch bei anderen Bewerbungen positiv ein. Der Aufwand für den Erwerb des Zertifikats lohnt sich also sehr. 
 
Den größten Nutzen, den ich aus dem MINT-Programm ziehen konnte, ist jedoch, dass ich in den letzten Semesterferien einen Platz für ein Industriepraktikum bei dem Start-Up EVORION Biotechnologies GmbH bekam. Das Unternehmen hatte, bis zu einer Vergrößerung vor kurzem, seinen Sitz im Center for NanoTechnolgy (CenNTech) in Münster und entwickelt mit Hilfe nanotechnolgischer Methoden sogenannte „Droplet-based Microfluidic-Chips“. Auf diesen Chips sollen einzelne Zellen, zum Beispiel aus dem Tumor eines Krebspatienten, analysiert und die Erkenntnisse unter anderem für die Erstellung einer individuellen Krebstherapie genutzt werden. Das CeNTech besichtige ich während der Schulzeit im Rahmen eines MINT-Projektes zum Thema Nanotechnologie. Das brachte mich dazu, mich über Praktikumsmöglichkeiten bei den dort ansässigen Unternehmen zu informieren. Über meine ehemalige Leistungskurslehrerin, Meike Klingauf, ergab sich der Kontakt zu den Geschäftsführern von EVORION. 
 
Bei EVORION bekam ich verschiedenste Einblicke, von kleineren Labor-Versuchen und der Arbeit in einem Reinraum bis zu wirtschaftlichen Aspekten der Finanzierung eines Start-Ups. Sogar den Umzug der Firma aus dem CeNTech in größere Räumlichkeiten im Nano-Bioanalytik-Zentrum erlebte ich mit. Als großen Vorteil von einem noch in der Entwicklung stehenden Unternehmen sehe ich, dass alle Abteilungen und Mitarbeiter eng zusammenarbeiten, was für ein sehr offenes Arbeitsklima sorgt. Zudem konnte ich auch in mir fachfremden Bereichen, wie der Elektrotechnik, einige Erfahrungen sammeln. Alle Mitarbeiter waren sehr motiviert, von ihrer Arbeit zu berichten und mich an möglichst vielen Projekten selbst mitarbeiten zu lassen. Ein Praktikum in einem noch jungen Start-Up lohnt sich also sehr. 
 
 
 
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